War ich die letzten Tage noch überrascht, wie viele Deutsche es an meiner Uni gibt, so wurde ich gestern praktisch von Griechen überrannt.
Zuerst habe ich vormittags in der Küche George aus Wohnung Nr. 2 getroffen. Ein Grieche, wie sich herausstellt. Da hätte nach dem ersten Satz dieses Blogeintrags bestimmt niemand mit gerechnet, was?
Kurz darauf gelang mir das, wovon viele Bergsteiger und Verschwörungstheoretiker nur träumen können: Ich habe den Jeti gesichtet.
Zugegeben nur durch den Türspion, wie eine Profi-Stalkerin, als er an meiner Tür vorbeiging, aber immerhin weiß ich jetzt, dass er tatsächlich ein er ist und jedenfalls schonmal kein Asiate.
Apropos Asiate - offenbar haben wir doch keinen Asiaten, mit dem wir uns die Küche teilen.
Wo genau der mysteriöse Lacey Tyler (oder wie auch immer er heißt) eigentlich herkam und was er auf unserem Flur zu suchen hatte, ist mir daher schleierhaft, aber George hat mir versichert, dass wir keinen Asiaten haben. Bisher. Nummer 4 ist immernoch leer, glaube ich.
Der Jeti wohnt in Nummer 3. Und in Zimmer Nr 1, das ich bisher dem Asiaten zugeschrieben hatte, wohnt tatsächlich Irene. Das ist die englische Version ihres Namens. Die richtige kann ich nicht aussprechen. Irene kommt aus Zypern, weshalb sie und George natürlich prompt einige griechische Unterhaltungen geführt haben.
Tja, und dann haben sie gestern abends um zehn an meine Tür geklopft und mich zur Student Union mitgeschleppt, wo wir uns zuerst beinahe verlaufen hätten (sie wollten mir einfach nicht glauben, dass die SU am See liegt) und dann eine nette Polin trafen, die uns zur Student Union (AM SEE) führte. Dort liefen wir direkt in eine Gruppe Griechen hinein. Ein Mädchen, drei Jungs. Bill, George und John (?). Das Mädchen hieß Aphrodite. Kein Witz.
Direkt danach trafen wir noch auf zwei Deutsche (juhuu) und einen Kanadier, mit denen wir dann eine nette Stunde lang bei lauter Musik und überraschend billigen Getränken herumsaßen und geredet (bzw. geschrien) haben. Hat mich ein wenig an eine Familienfeier zuhause erinnert, nur mit mehr Musik und weniger Essen. Lustig war es auf jeden Fall, auch wenn man mich immer erstmal unter Waffengewalt irgendwo hinzerren muss.
Heute hab ich dann endlich das Einschreiben an der Uni vollständig hinter mich gebracht und meinen Studentenausweis bekommen - ganz schnell und unkompliziert. Beim Arzt bin ich jetzt auch registriert und daher über den NHS versichert, sollte ich doch mal krank werden oder sonstige medizinische Hilfe benötigen. Bei der Registrierung hab ich übrigens noch einen George getroffen - überraschenderweise stammt er aus Griechenland. Offenbar ist das ein sehr weit verbreiteter Name da drüben.
Morgen steht dann zum Glück nichts weiter an, als mich abends mit Steven zu treffen und die Sachen abzuholen, die Jenny mir dagelassen hat. Und weil das erst abends ist, werd ich mir tagsüber mal die Stadt ansehen - da gibt es ein paar Buchläden, die mich reizen. Allzu viele Bücher werde ich aber wohl nicht kaufen. Mir tun vom Kajakfahren die Schultern weh - aber so richtig.
Cheers!
Donnerstag, 11. September 2014
Mittwoch, 10. September 2014
Wie man in einem Kajak sitzt, ohne abzusaufen
Wie gestern schon angekündigt, war ich heute Nachmittag Kajakfahren. Nennt man das eigentlich so? Fahren? Vielleicht eher paddeln.
Wobei, erstmal haben wir uns verfahren, also war Fahren definitiv Teil der Handlung.
Wer auf die Idee gekommen ist, einer Gruppe Studenten einen Kleinbus und diverse Kajaks, Paddel, Neoprenanzüge und Schwimmwesten zu überlassen, ist mir schleierhaft. An sich war es auch keine so dumme Idee, aber vielleicht hätte man als Fahrer dann jemanden nehmen sollen, der die Strecke kennt. Denkwürdige Zitate von der Hinfahrt: "Keine Sorge, wir sind Experten, was Kajaks betrifft ... nur mit der Navigation haben wir Probleme." und "Wir sind schlaue Kerle, die nur gerade so tun, als wären sie Idioten."
Da die Kombination Wasser + Kamera kein tolles Ergebnis hat, hab ich sie nicht mitgenommen, also müssen Bilder von Google herhalten. Das hier ist der See, auf dem wir rumgepaddelt sind, Threipmuir Reservoir:
Das Wetter war herrlich, mit einer leichten Brise, die mitunter etwas kühl werden konnte, dafür aber viel Sonne, die das gleich wieder wett gemacht hat.
Nass geworden bin ich nur am Rücken ein wenig, weil der Gummiüberzug, mit dem man sein Kajak abdichtet, ein paar Löcher hatte. Und wenn einem dann jemand anderes auf dem Kajak rumkraxelt, muss man sich nicht wundern, wenn man ein wenig nass wird. Gemerkt hab ich das aber erst, als ich wieder ausgestiegen bin, und ich hatte ja daran gedacht, Ersatzklamotten und Plastiktüten für die nassen Sachen mitzunehmen. Ich werde mir nicht vorwerfen lassen, ich würde nicht mitdenken.
Auf dem See herumzupaddeln hat wirklich viel Spaß gemacht, und ich bin nicht mitsamt dem Kajak umgekippt - anders als ein anderer Teilnehmer, der aber sofort wieder auftauchte und überhaupt ziemlich viel Spaß zu haben schien. Komplett trocken ist sowieso niemand davongekommen.
Außer mir waren noch drei weitere Mädels dabei, eine Spanieren, eine Luxemburgerin (deren Deutsch besser ist als ihr Englisch) und eine Bochumerin - hier wimmelt es von Deutschen. Der Rest der Gruppe bestand aus Jungs, was kein Wunder ist bei einer Universität mit 70% Jungsanteil unter den Studenten.
Auch wenn der Ausflug viel Spaß gemacht hat, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich dauerhaft dazu anmelden möchte - gerade die Kajaks vom Bus zum See und wieder zurück zu schleppen war eine Heidenarbeit. Die Teile sind wesentlich schwerer, als sie aussehen.
Tatenlos rumsitzen werde ich trotzdem nicht - es gibt noch eine Hiking Society, die, wie der Name schon verrät, an den Wochenenden Wanderungen rund um Edinburgh organisiert, an denen man sich nach Lust und Laune beteiligen kann.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Achja, ich hab heute Vormittag zum ersten Mal einen meiner Mitbewohner in der Küche erwischt - bisher war die so blitzblank, dass ich mich schon gefragt habe, ob ich die als einzige von uns gefunden habe. George war da und hat nicht nur die Küche gefunden, sondern auch den Kühlschrank. Eine einzige Flasche Wasser lagert er jetzt da drin. Naja, man muss halt klein anfangen.
Habe übrigens herausgefunden, dass George aus Griechenland kommt. Kein Wunder, dass ich Probleme mit dem Akzent hatte. Aber hey, wenigstens haben wir diesmal eine etwas längere Unterhaltung hinbekommen und er hat mir viel Spaß bei meinem "Kayak-Ding" gewünscht.
Den hatte ich.
Morgen steht noch der Abschluss des Einschreibe-Vorgangs an und offenbar auch eine Campus-Tour. Nett, dass sie die ganz aufs Ende der Woche legen, wenn man das meiste schon selbst gefunden hat. Und am Freitagabend kann ich endlich meine Sachen bei Steven abholen. Jippie!
Cheers!
Wobei, erstmal haben wir uns verfahren, also war Fahren definitiv Teil der Handlung.
Wer auf die Idee gekommen ist, einer Gruppe Studenten einen Kleinbus und diverse Kajaks, Paddel, Neoprenanzüge und Schwimmwesten zu überlassen, ist mir schleierhaft. An sich war es auch keine so dumme Idee, aber vielleicht hätte man als Fahrer dann jemanden nehmen sollen, der die Strecke kennt. Denkwürdige Zitate von der Hinfahrt: "Keine Sorge, wir sind Experten, was Kajaks betrifft ... nur mit der Navigation haben wir Probleme." und "Wir sind schlaue Kerle, die nur gerade so tun, als wären sie Idioten."
Da die Kombination Wasser + Kamera kein tolles Ergebnis hat, hab ich sie nicht mitgenommen, also müssen Bilder von Google herhalten. Das hier ist der See, auf dem wir rumgepaddelt sind, Threipmuir Reservoir:
| Das Loch im Zaun ist übrigens ganz hervorragend geeignet, um ein Kajak durchzuschieben. |
Nass geworden bin ich nur am Rücken ein wenig, weil der Gummiüberzug, mit dem man sein Kajak abdichtet, ein paar Löcher hatte. Und wenn einem dann jemand anderes auf dem Kajak rumkraxelt, muss man sich nicht wundern, wenn man ein wenig nass wird. Gemerkt hab ich das aber erst, als ich wieder ausgestiegen bin, und ich hatte ja daran gedacht, Ersatzklamotten und Plastiktüten für die nassen Sachen mitzunehmen. Ich werde mir nicht vorwerfen lassen, ich würde nicht mitdenken.
Auf dem See herumzupaddeln hat wirklich viel Spaß gemacht, und ich bin nicht mitsamt dem Kajak umgekippt - anders als ein anderer Teilnehmer, der aber sofort wieder auftauchte und überhaupt ziemlich viel Spaß zu haben schien. Komplett trocken ist sowieso niemand davongekommen.
Außer mir waren noch drei weitere Mädels dabei, eine Spanieren, eine Luxemburgerin (deren Deutsch besser ist als ihr Englisch) und eine Bochumerin - hier wimmelt es von Deutschen. Der Rest der Gruppe bestand aus Jungs, was kein Wunder ist bei einer Universität mit 70% Jungsanteil unter den Studenten.
Auch wenn der Ausflug viel Spaß gemacht hat, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich dauerhaft dazu anmelden möchte - gerade die Kajaks vom Bus zum See und wieder zurück zu schleppen war eine Heidenarbeit. Die Teile sind wesentlich schwerer, als sie aussehen.
Tatenlos rumsitzen werde ich trotzdem nicht - es gibt noch eine Hiking Society, die, wie der Name schon verrät, an den Wochenenden Wanderungen rund um Edinburgh organisiert, an denen man sich nach Lust und Laune beteiligen kann.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Achja, ich hab heute Vormittag zum ersten Mal einen meiner Mitbewohner in der Küche erwischt - bisher war die so blitzblank, dass ich mich schon gefragt habe, ob ich die als einzige von uns gefunden habe. George war da und hat nicht nur die Küche gefunden, sondern auch den Kühlschrank. Eine einzige Flasche Wasser lagert er jetzt da drin. Naja, man muss halt klein anfangen.
Habe übrigens herausgefunden, dass George aus Griechenland kommt. Kein Wunder, dass ich Probleme mit dem Akzent hatte. Aber hey, wenigstens haben wir diesmal eine etwas längere Unterhaltung hinbekommen und er hat mir viel Spaß bei meinem "Kayak-Ding" gewünscht.
Den hatte ich.
Morgen steht noch der Abschluss des Einschreibe-Vorgangs an und offenbar auch eine Campus-Tour. Nett, dass sie die ganz aufs Ende der Woche legen, wenn man das meiste schon selbst gefunden hat. Und am Freitagabend kann ich endlich meine Sachen bei Steven abholen. Jippie!
Cheers!
Dienstag, 9. September 2014
Mein Nachbar der Jeti und andere komische Gestalten
Da ich heute nichts weiter zu tun hatte, als mich offiziell an der Uni einzuschreiben, folgt nun ein etwas ausführlicherer Bericht über mein Zimmer und das Gebäude, in dem es sich befindet.
Der Campus der Heriot-Watt University ist ein Komplex aus verschiedenen Haupt- und Nebengebäuden, zahllosen Fußwegen, ein paar Straßen und diversen Wohngebäuden für Studenten.
Mein Zimmer befindet sich in der Christina Miller Hall (West), einem nagelneuen Gebäude, das letztes Jahr zum ersten Mal bewohnt wurde, sehr modern und in absolutem Top-Zustand ist.
Die Moderne erkennt man erstens am Baustil und zweitens daran, dass Schlüssel abgeschafft und durch Plastikkarten ersetzt wurden, wie in einem Hotel.
Christina Miller Hall West sieht so ziemlich genauso aus, hat aber eine Verbindungsbrücke zwischen der Grasfläche und dem Eingang - das Brückengeländer seht ihr ganz rechts im Bild.
Wenn man das Gebäude betreten will, hält man seine Schlüsselkarte vor einen Sensor und die Tür geht automatisch auf oder lässt sich aufziehen. Im Eingangsbereich findet sich der Aufzug, die Treppe und die erste Wohnungstür. Jede "Wohnung" besteht aus einem Flur mit 5 Zimmern und einer Küche, wobei man sowohl für die Wohnungstür als auch für die eigene Zimmertür und die Küchentür seine Schlüsselkarte braucht - etwas nervig, aber ertragbar.
Richtig ungünstig ist eigentlich nur, dass die Schlüsselkarte gleichzeitig auch für die Stromzufuhr im Zimmer benötigt wird. Wenn man also "zuhause" ist, steckt man die Karte in den vorgesehenen Kasten, sonst geht das Licht nicht an und die Steckdosen haben keinen Saft. Im Grunde eine gute Methode, Energie zu sparen. Auf Dauer wird das aber ganz schön nervig, weil man sich jedes Mal selbst den Strom abdrehen muss, nur weil man mal kurz in die Küche will - wie gesagt, die Karte braucht man sowohl für die Küchentür als auch, um wieder ins eigene Zimmer zu kommen.
Und jetzt mal zu meinen Nachbarn:
Theoretisch habe ich vier davon, mit denen ich mir die Küche teile. Ich selbst habe Zimmer Nr. 5.
In Zimmer Nr. 1 wohnt ein Asiate namens Lacey Tyler (oder so ähnlich), den ich nur kurz auf dem Flur getroffen habe.
In Zimmer Nr. 2 wohnt George, unbekannter Herkunft und mit grauenhaftem Akzent, den ich weder zuordnen noch verstehen konnte, als ich ihn am Abend meiner Ankunft getroffen habe - seitdem scheint er verschwunden zu sein.
In Zimmer Nr. 3. wohnt ein Jeti. Jedenfalls nehme ich das an, denn ich höre gelegentlich von ihm/ihr, habe ihn/sie aber noch nie gesehen.
Zimmer Nr. 4 war gestern Nachmittag noch unbewohnt und scheint es auch jetzt noch zu sein. Die Küche ist völlig unangetastet - tatsächlich bin ich die einzige Person, die den Kühlschrank überhaupt zu benutzen scheint.
Weitere komische Gestalten: offenbar ist einer der Studenten mit einer Pferdekopfmaske angereist. Wenn ich einen umgekehrten Zentaur sehe, weiß ich, womit ich es zu tun habe.
Falls es irgendwen interessiert, hier einige Fotos von meinem Zimmer (zum Vergrößern klicken):
Das ist das Ende meiner kleinen Führung, die Küche zeig ich euch ein anderes Mal.
Morgen könnt ihr euch auf erste Abenteuer meinerseits gefasst machen, denn diese Woche ist an der Uni das "Festival of Sports and Exercise" und dementsprechend gibt es ganz viele Angebote für alle möglichen Sportarten. Ich hab mich für einen Schnupperkurs im Kajakfahren von 12 bis 16 Uhr eingetragen und bin schon sehr gespannt darauf.
Cheers!
Der Campus der Heriot-Watt University ist ein Komplex aus verschiedenen Haupt- und Nebengebäuden, zahllosen Fußwegen, ein paar Straßen und diversen Wohngebäuden für Studenten.
Mein Zimmer befindet sich in der Christina Miller Hall (West), einem nagelneuen Gebäude, das letztes Jahr zum ersten Mal bewohnt wurde, sehr modern und in absolutem Top-Zustand ist.
Die Moderne erkennt man erstens am Baustil und zweitens daran, dass Schlüssel abgeschafft und durch Plastikkarten ersetzt wurden, wie in einem Hotel.
| Der Blick von meinem Fenster aus letzte Nacht. Zu sehen: der Supermond und Christina Miller Hall East |
Wenn man das Gebäude betreten will, hält man seine Schlüsselkarte vor einen Sensor und die Tür geht automatisch auf oder lässt sich aufziehen. Im Eingangsbereich findet sich der Aufzug, die Treppe und die erste Wohnungstür. Jede "Wohnung" besteht aus einem Flur mit 5 Zimmern und einer Küche, wobei man sowohl für die Wohnungstür als auch für die eigene Zimmertür und die Küchentür seine Schlüsselkarte braucht - etwas nervig, aber ertragbar.
Richtig ungünstig ist eigentlich nur, dass die Schlüsselkarte gleichzeitig auch für die Stromzufuhr im Zimmer benötigt wird. Wenn man also "zuhause" ist, steckt man die Karte in den vorgesehenen Kasten, sonst geht das Licht nicht an und die Steckdosen haben keinen Saft. Im Grunde eine gute Methode, Energie zu sparen. Auf Dauer wird das aber ganz schön nervig, weil man sich jedes Mal selbst den Strom abdrehen muss, nur weil man mal kurz in die Küche will - wie gesagt, die Karte braucht man sowohl für die Küchentür als auch, um wieder ins eigene Zimmer zu kommen.
Und jetzt mal zu meinen Nachbarn:
Theoretisch habe ich vier davon, mit denen ich mir die Küche teile. Ich selbst habe Zimmer Nr. 5.
In Zimmer Nr. 1 wohnt ein Asiate namens Lacey Tyler (oder so ähnlich), den ich nur kurz auf dem Flur getroffen habe.
In Zimmer Nr. 2 wohnt George, unbekannter Herkunft und mit grauenhaftem Akzent, den ich weder zuordnen noch verstehen konnte, als ich ihn am Abend meiner Ankunft getroffen habe - seitdem scheint er verschwunden zu sein.
In Zimmer Nr. 3. wohnt ein Jeti. Jedenfalls nehme ich das an, denn ich höre gelegentlich von ihm/ihr, habe ihn/sie aber noch nie gesehen.
Zimmer Nr. 4 war gestern Nachmittag noch unbewohnt und scheint es auch jetzt noch zu sein. Die Küche ist völlig unangetastet - tatsächlich bin ich die einzige Person, die den Kühlschrank überhaupt zu benutzen scheint.
Weitere komische Gestalten: offenbar ist einer der Studenten mit einer Pferdekopfmaske angereist. Wenn ich einen umgekehrten Zentaur sehe, weiß ich, womit ich es zu tun habe.
Falls es irgendwen interessiert, hier einige Fotos von meinem Zimmer (zum Vergrößern klicken):
| Blick von der Tür ins Zimmer - ganz rechts die Badezimmertür + Stauraum |
| Der Eingangsbereich mit wahnsinnig viel Stauraum |
| Mein Fenster und ... noch mehr Stauraum! |
| Spiegel, Bett, Sessel, alles da. Über die Federkernmatratze reden wir nicht. Oh und guckt mal - Stauraum am Kopfende! |
| Mein Schreibtisch (überraschenderweise mit noch mehr Stauraum) und die Pinnwand mit Fotos von Freunden/Familie |
Morgen könnt ihr euch auf erste Abenteuer meinerseits gefasst machen, denn diese Woche ist an der Uni das "Festival of Sports and Exercise" und dementsprechend gibt es ganz viele Angebote für alle möglichen Sportarten. Ich hab mich für einen Schnupperkurs im Kajakfahren von 12 bis 16 Uhr eingetragen und bin schon sehr gespannt darauf.
Cheers!
Montag, 8. September 2014
Warum die Chaplaincy großartig ist
Heute morgen bin ich um 8:30 Uhr aufgestanden und quer über den Campus zur Chaplaincy marschiert.
Die Chaplaincy ist für Studenten aller (und ohne) Glaubensrichtungen da und bietet unter anderem Gottesdienste, Ausflüge in die Umgebung, Tee und Kaffee, nette Unterhaltungen und noch so einiges mehr an, was man eben so brauchen könnte.
Heute morgen ab 9:30 Uhr war das Angebot: kostenloses Geschirr/Töpfe/Pfannen/etc.
Ich kam schon um kurz nach 9 vor der Tür an, war aber nicht die erste. Hab direkt schon wieder zwei Deutsche getroffen (von uns gibts wirklich viele hier) und wir haben uns alle nett unterhalten. Mit der Zeit kamen noch mehr Leute an und um halb zehn wurde dann endlich die Tür geöffnet und wir durften grüppchenweise in den kleinen Lagerraum, um uns zu bedienen.
Da Jenny mir ja einige Sachen (Besteck, Teller, Toaster) dagelassen hat, die ich noch abholen muss, habe ich mich ein wenig zurückgehalten und nur das nötigste mitgenommen. Wegen der begrenzten Menge durften wir leider nur eine Pfanne oder einen Topf mitnehmen, also hab ich mich für einen Topf entschieden (aber ohne Deckel, die waren separat und man hätte ewig nach einem passenden Deckel suchen müssen).
Hier meine Ausbeute:
Das lila Teil im Topf ist ein Nudelsieb, darin ein Kochlöffel und ein Pfannenwender. Außerdem dabei: ein Schneidbrett, zwei Löffel, zwei Messer, zwei Gabeln, vier Teller, ein Glas, eine Tasse, eine Schüssel und ein Messbecher.
Und das alles kostenlos.
Da kann man sich wirklich nicht beschweren, oder?
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass die lieben Eltern mir das Paket mit meinem restlichen Kram schicken, damit ich ein Vorhängeschloss habe und die Sachen im Küchenschrank verstauen kann. Bis dahin bleiben sie erstmal in meinem Zimmer. Platz genug ist ja vorhanden.
Cheers!
Die Chaplaincy ist für Studenten aller (und ohne) Glaubensrichtungen da und bietet unter anderem Gottesdienste, Ausflüge in die Umgebung, Tee und Kaffee, nette Unterhaltungen und noch so einiges mehr an, was man eben so brauchen könnte.
Heute morgen ab 9:30 Uhr war das Angebot: kostenloses Geschirr/Töpfe/Pfannen/etc.
Ich kam schon um kurz nach 9 vor der Tür an, war aber nicht die erste. Hab direkt schon wieder zwei Deutsche getroffen (von uns gibts wirklich viele hier) und wir haben uns alle nett unterhalten. Mit der Zeit kamen noch mehr Leute an und um halb zehn wurde dann endlich die Tür geöffnet und wir durften grüppchenweise in den kleinen Lagerraum, um uns zu bedienen.
Da Jenny mir ja einige Sachen (Besteck, Teller, Toaster) dagelassen hat, die ich noch abholen muss, habe ich mich ein wenig zurückgehalten und nur das nötigste mitgenommen. Wegen der begrenzten Menge durften wir leider nur eine Pfanne oder einen Topf mitnehmen, also hab ich mich für einen Topf entschieden (aber ohne Deckel, die waren separat und man hätte ewig nach einem passenden Deckel suchen müssen).
Hier meine Ausbeute:
Das lila Teil im Topf ist ein Nudelsieb, darin ein Kochlöffel und ein Pfannenwender. Außerdem dabei: ein Schneidbrett, zwei Löffel, zwei Messer, zwei Gabeln, vier Teller, ein Glas, eine Tasse, eine Schüssel und ein Messbecher.
Und das alles kostenlos.
Da kann man sich wirklich nicht beschweren, oder?
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass die lieben Eltern mir das Paket mit meinem restlichen Kram schicken, damit ich ein Vorhängeschloss habe und die Sachen im Küchenschrank verstauen kann. Bis dahin bleiben sie erstmal in meinem Zimmer. Platz genug ist ja vorhanden.
Cheers!
Sonntag, 7. September 2014
Erste Eindrücke
So, wie versprochen direkt mal ein paar Bilder von meiner kleinen Wanderung über den Campus. Oder besser gesagt: über eine kleine Ecke vom Campus.
Da, wo jetzt die Heriot Watt University steht (ganz speziell da, wo jetzt die Bücherei steht) stand früher ein richtiges Anwesen. Einige Überreste davon gibt es noch, wie etwa die Eiskammer...
... oder auch dieser uralte kleine Privatfriedhof, der nicht betreten werden darf, weil die Steine umfallen könnten. Einige haben das wohl schon getan und mussten ersetzt werden:
Die Uni hat auch ein eigenes Loch (einen Loch?) und macht mit zahlreichen Schildern darauf aufmerksam, dass es verboten ist, darin zu angeln. Bei all den Möwen wage ich zu bezweifeln, dass überhaupt noch Fische übrig sind.
Was ich ansonsten ganz besonders mag, sind die Bäume. Der Teil der Uni, durch den ich gewandert bin, besteht hauptsächlich aus dem Park/Wald, der zum alten Anwesen gehörte, und hat einige recht bizarre Exemplare zu bieten:
Das sind also mal ein paar Eindrücke von einem Teil des Geländes. Achja, und wer es lieber schön geordnet und gepflegt haben will, der kommt beim Rasen vor dem einstigen Anwesen auf seine Kosten:
So, das war's von mir, ich melde mich morgen oder übermorgen wieder.
Cheers!
Da, wo jetzt die Heriot Watt University steht (ganz speziell da, wo jetzt die Bücherei steht) stand früher ein richtiges Anwesen. Einige Überreste davon gibt es noch, wie etwa die Eiskammer...
... oder auch dieser uralte kleine Privatfriedhof, der nicht betreten werden darf, weil die Steine umfallen könnten. Einige haben das wohl schon getan und mussten ersetzt werden:
Die Uni hat auch ein eigenes Loch (einen Loch?) und macht mit zahlreichen Schildern darauf aufmerksam, dass es verboten ist, darin zu angeln. Bei all den Möwen wage ich zu bezweifeln, dass überhaupt noch Fische übrig sind.
Was ich ansonsten ganz besonders mag, sind die Bäume. Der Teil der Uni, durch den ich gewandert bin, besteht hauptsächlich aus dem Park/Wald, der zum alten Anwesen gehörte, und hat einige recht bizarre Exemplare zu bieten:
| Diese Kannibalenbäume, die praktisch miteinander verschmolzen sind. |
| Diesen Baum, der entweder einen anderen Baum frisst oder aus seiner Rinde geplatzt ist |
| Dieser Baum, der Wurzeln hat, wo er keine braucht, oder alternativ sehr bizarr bewachsen ist |
| Und dieser Cucumber Tree (Gurkenbaum) unter dessen Bogen ich mit meinen 1,70 locker durchpasse |
So, das war's von mir, ich melde mich morgen oder übermorgen wieder.
Cheers!
1. unfreiwilliges Studienobjekt: Revierverhalten
So ihr Lieben,
ich bin gestern abend gut angekommen (auch wenn der Flug von London nach Edinburgh 20 Minuten Verspätung hatte - hab mich sofort wie zuhause gefühlt, die deutsche Bahn lässt grüßen), hab gleich am Flughafen zwei Chinesinnen und einen Polen getroffen, die mit mir zusammen aufs Shuttle zur Uni gewartet haben, und habe auch mein Zimmer ohne große Probleme gefunden.
Das Zimmer selbst - in der Christina Miller Hall - ist toll. Überraschend groß und hell, mit wahnsinnig viel Stauraum. Wenn ich noch einen Koffer dabeigehabt hätte, wär immernoch Platz übrig.Wenigstens muss ich mir keine Sorgen machen, dass mir der Platz für all die Bücher ausgeht, die ich mir kaufen will. Hab als erstes mal Bilder von Familie/Freunden an die Pinnwand über dem Schreibtisch gehängt und mich sofort wohler gefühlt.
Womit wir zu meinem Studienobjekt kommen:
Ist sonst noch jemandem aufgefallen, dass man sich in einer neuen Umgebung (Hotelzimmer, Wohnung, Studentenwohnheim) erst wohl fühlt, wenn man seine Sachen überall verteilt hat und mal aufm Klo war?
So sehr wir uns auch für unsere Vorsprung durch Technik und unsere Intelligenz loben, letzten Endes siegt doch das typische Revierverhalten, das wir uns mit der Tierwelt teilen.
Überhaupt fühlt man sich als Neuankömmling auf dem Campus irgendwie, als wäre man in ein fremdes Revier eingedrungen und könnte jeden Moment von den bereits anwesenden Artgenossen angesprungen und verscheucht werden. Das Gefühl fängt allerdings schon an, sich zu verflüchtigen.
Bisher bemerkenswertester Anblick: eine Studentin, die draußen unterwegs war und dabei nur ein langes weißes T-shirt und Stiefel anhatte. Was macht die denn im Sommer, wenn es warm wird?!
Ein paar Leute aus meinem Kurs habe ich auch schon getroffen, als ich auf dem Weg zum Shop war. Ein Tiroler, eine Österreicherin, ein paar Deutsche. Alle sehr nett und natürlich genauso nervös und unsicher, wie ich selbst. Wenigstens haben wir jetzt schon alle ein paar bekannte Gesichter auf dem Campus.
Ich werde jetzt mal nachsehen, wann die ganzen Treffen sind, zu denen ich antanzen muss, und später oder morgen poste ich ein paar Bilder mit ersten Eindrücken von meinem Zimmer und dem Gelände.
Bis dann!
ich bin gestern abend gut angekommen (auch wenn der Flug von London nach Edinburgh 20 Minuten Verspätung hatte - hab mich sofort wie zuhause gefühlt, die deutsche Bahn lässt grüßen), hab gleich am Flughafen zwei Chinesinnen und einen Polen getroffen, die mit mir zusammen aufs Shuttle zur Uni gewartet haben, und habe auch mein Zimmer ohne große Probleme gefunden.
Das Zimmer selbst - in der Christina Miller Hall - ist toll. Überraschend groß und hell, mit wahnsinnig viel Stauraum. Wenn ich noch einen Koffer dabeigehabt hätte, wär immernoch Platz übrig.Wenigstens muss ich mir keine Sorgen machen, dass mir der Platz für all die Bücher ausgeht, die ich mir kaufen will. Hab als erstes mal Bilder von Familie/Freunden an die Pinnwand über dem Schreibtisch gehängt und mich sofort wohler gefühlt.
Womit wir zu meinem Studienobjekt kommen:
Ist sonst noch jemandem aufgefallen, dass man sich in einer neuen Umgebung (Hotelzimmer, Wohnung, Studentenwohnheim) erst wohl fühlt, wenn man seine Sachen überall verteilt hat und mal aufm Klo war?
So sehr wir uns auch für unsere Vorsprung durch Technik und unsere Intelligenz loben, letzten Endes siegt doch das typische Revierverhalten, das wir uns mit der Tierwelt teilen.
Überhaupt fühlt man sich als Neuankömmling auf dem Campus irgendwie, als wäre man in ein fremdes Revier eingedrungen und könnte jeden Moment von den bereits anwesenden Artgenossen angesprungen und verscheucht werden. Das Gefühl fängt allerdings schon an, sich zu verflüchtigen.
Bisher bemerkenswertester Anblick: eine Studentin, die draußen unterwegs war und dabei nur ein langes weißes T-shirt und Stiefel anhatte. Was macht die denn im Sommer, wenn es warm wird?!
Ein paar Leute aus meinem Kurs habe ich auch schon getroffen, als ich auf dem Weg zum Shop war. Ein Tiroler, eine Österreicherin, ein paar Deutsche. Alle sehr nett und natürlich genauso nervös und unsicher, wie ich selbst. Wenigstens haben wir jetzt schon alle ein paar bekannte Gesichter auf dem Campus.
Ich werde jetzt mal nachsehen, wann die ganzen Treffen sind, zu denen ich antanzen muss, und später oder morgen poste ich ein paar Bilder mit ersten Eindrücken von meinem Zimmer und dem Gelände.
Bis dann!
Donnerstag, 28. August 2014
Die Vorbereitungen laufen
Mein Flug ist gebucht (nicht über Barcelona), mein Zimmer reserviert.
Fehlt also eigentlich nur noch alles andere, nicht wahr? Ich habe inzwischen einen schönen großen Koffer (aus Gründen der Bequemlichkeit mit vier Rollen) und eine Liste mit Dingen erstellt, die ich definitiv einpacken muss/werde.
Einige weitere Dinge, die ich in den letzten Wochen getan habe:
- rudimentäres Kochen gelernt
- eine Kreditkarte besorgt (ohne die geht in Schottland gar nichts)
- ein paar schottische Pfund von der Bank geholt
- diverse Gegenstände wieder von der Packliste gestrichen
- diverse Gegenstände der Packliste hinzugefügt
- eine Liste mit Büchern erstellt, die ich mir in Schottland kaufen will (Studium? Welches Studium?)
- das Online-Enrolment-Formular der Uni ausgefüllt, soweit möglich
- mich von den ersten Leuten verabschiedet
Dieser letzte Punkt kam gestern dazu. Seit Jahren gehe ich Mittwochs schwimmen und kenne daher alle Stammgäste dort von klein auf. Da das Schwimmbad nächste Woche geschlossen hat, war ich gestern das letzte Mal dort. Es ist schon ein komisches Gefühl, sich jetzt zu verabschieden und zu wissen, dass man diese Leute erst in einem Jahr oder vielleicht in den Weihnachtsferien wiedersehen wird.
Positiv lässt sich sagen, dass ich jetzt definitiv ein Jahr lang nicht mehr mit ansehen muss, wie der (nicht gerade sportlich gebaute) Bademeister versucht, in einer knappen roten Badehose die anderen Badegäste zur Wassergymnastik zu animieren. Manche Anblicke sollten einem wirklich erspart bleiben.
Am Samstag in einer Woche geht es los. Bis dahin stehen noch ein Friseurtermin, ein Treffen mit meinen Mädels, Kofferpacken und natürlich diverse Familienbesuche und Abschiede an.
Mal sehen, wann die ganze Situation dann wirklich sackt - wahrscheinlich erst, wenn ich schon in Edinburgh am Flughafen stehe.
Bis demnächst!
Fehlt also eigentlich nur noch alles andere, nicht wahr? Ich habe inzwischen einen schönen großen Koffer (aus Gründen der Bequemlichkeit mit vier Rollen) und eine Liste mit Dingen erstellt, die ich definitiv einpacken muss/werde.
Einige weitere Dinge, die ich in den letzten Wochen getan habe:
- rudimentäres Kochen gelernt
- eine Kreditkarte besorgt (ohne die geht in Schottland gar nichts)
- ein paar schottische Pfund von der Bank geholt
- diverse Gegenstände wieder von der Packliste gestrichen
- diverse Gegenstände der Packliste hinzugefügt
- eine Liste mit Büchern erstellt, die ich mir in Schottland kaufen will (Studium? Welches Studium?)
- das Online-Enrolment-Formular der Uni ausgefüllt, soweit möglich
- mich von den ersten Leuten verabschiedet
Dieser letzte Punkt kam gestern dazu. Seit Jahren gehe ich Mittwochs schwimmen und kenne daher alle Stammgäste dort von klein auf. Da das Schwimmbad nächste Woche geschlossen hat, war ich gestern das letzte Mal dort. Es ist schon ein komisches Gefühl, sich jetzt zu verabschieden und zu wissen, dass man diese Leute erst in einem Jahr oder vielleicht in den Weihnachtsferien wiedersehen wird.
Positiv lässt sich sagen, dass ich jetzt definitiv ein Jahr lang nicht mehr mit ansehen muss, wie der (nicht gerade sportlich gebaute) Bademeister versucht, in einer knappen roten Badehose die anderen Badegäste zur Wassergymnastik zu animieren. Manche Anblicke sollten einem wirklich erspart bleiben.
Am Samstag in einer Woche geht es los. Bis dahin stehen noch ein Friseurtermin, ein Treffen mit meinen Mädels, Kofferpacken und natürlich diverse Familienbesuche und Abschiede an.
Mal sehen, wann die ganze Situation dann wirklich sackt - wahrscheinlich erst, wenn ich schon in Edinburgh am Flughafen stehe.
Bis demnächst!
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