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Donnerstag, 7. Dezember 2017

Es weihnachtet sehr

Hallo ihr Lieben,

während es in Deutschland offenbar schon erste Schneestürme gab, ist hier in London zwar Kälte und die ein oder andere Schneeflocke aufgetreten, sonst ist es aber eher ungemütlich und verregnet.

Damit trotzdem Weihnachtsstimmung aufkommt, muss man einfach die Oxford Street und Umgebung besuchen, denn die offizielle Weihnachtsbeleuchtung ist an und wunderschön.

Hier einige Beispiele:

Der Weihnachtsschmuck an der Kreuzung Seven Dials

Engel über der Oxford Street

Eine ganze Armee von Engeln!
Bei dem Anblick wird einem doch gleich weihnachtlicher zumute!

Für meine Mitbewohnerinnen und mich bringt das alles aber nicht viel. Heute Abend sind wir mit Kofferpacken beschäftigt und morgen geht es direkt von der Arbeit aus zum Flughafen und auf nach Indien.

Ich werde mich je nach Internet-Situation von Unterwegs hier melden, ansonsten gibt es Updates über WhatsApp an die Familie und über Facebook an Freunde.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, schöne Feiertage und hoffentlich ein wenig Schnee!

Cheers!

Dienstag, 27. Dezember 2016

Merry Christmas

Dieses Jahr ist gegen Ende noch mal so richtig schön hektisch geworden.

Der Dezember ging los mit der Weihnachtsfeier auf der Arbeit, der unerwarteten Kündigung unseres Teamchefs und ging dann weiter mit meinem Kurzausflug nach Deutschland.

Zwischen Filmen, Nürnberger Christkindlmarkt und dem Konzert meiner Lieblingsband habe ich es sogar noch geschafft, einen Besuch zuhause bei der lieben Familie und einen Friseurtermin in meinen Terminkalender zu quetschen.

Es war schön, so viele bekannte Gesichter in so kurzer Zeit zu sehen - nicht so schön war es, nach einem Konzert und nur zwei Stunden Schlaf zum Flughafen gefahren zu werden und dann dort morgens um 4 Uhr erstmal noch eine Stunde rumgammeln zu dürfen, bis genug Flughafenmitarbeiter da sind, um wenigstens die Sicherheitskontrolle durchzuführen. Hmpf.

Und das Konzert? Absolut großartig. Nicht nur die Poets of the Fall, für die ich ja da war, sondern auch die Vorband, Flight Brigade, kann ich nur wärmstens empfehlen. Hab mir direkt ihr Debutalbum mitgenommen und höre das seitdem rauf und runter.


Zurück in London bin ich dann auf der Arbeit und auch zuhause direkt in den Vorweihnachtsstress geraten. Nicht nur wollten so viele Klienten wie möglich schnell noch Übersetzungen angefertigt und korrigiert haben, nein - meine Mitbewohnerinnen haben beschlossen, dass wir ein "richtiges" Weihnachtsessen brauchen.

Mein Arbeitsplatz - mit Weihnachtsdeko
Unser Fenster mit Weihnachtsschmuck aus Sprühschnee und aufgeklebten Girlanden
 Zwischen all diesem Chaos kam dann das nächste Highlight - der Besuch meiner Eltern um London im schönsten Weihnachtschaos zu sehen. Schnee kann man hier natürlich vergessen, aber dafür haben wir kalten Wind bekommen und den ein oder anderen sonnigen Tag.





Weihnachten selbst war ... genau wie man erwarten würde, wenn man fünf Mädels, einen Truthahn, 3 Kilo Kartoffeln und etwa 20 Würstchen im Schlafrock plus die Zutaten für eine Schwarzwälder Kirschtorte alle in eine Küche steckt.

Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld, aber das Essen war dafür ein absolutes Festmahl und wir hatten extrem viel Spaß zusammen - auch wenn einige von uns dachten, sie würden platzen.

Der Truthahn, der wirklich extrem lecker war

Die "Beilagen"

Frohe Weihnachten von mir, Sabi, Mel, Naz und Jo!

Naz mit ihrer Schwarzwälder Kirschtorte
 Dazu gab es traditionelle Weihnachtsfilme - Kevin Allein Zuhaus und Thor.

Alles in Allem war es ein absolut gelungenes Fest. Mein erstes Weihnachten ohne Familie, dafür aber mit tollen Freunden und einem wirklich leckeren Truthahn.

Und obwohl 2016 offenbar wild entschlossen ist, das absolut schlimmste Jahr der jüngsten Geschichte zu werden und so viele bekannte Menschen wie möglich mitzunehmen, hoffe ich, dass ihr alle ein wunderschönes Weihnachtsfest hattet und das Jahr ruhig und zufrieden ausklingen lassen könnt. Ich persönlich werde an Silvester auf dem Grab von 2016 tanzen und mich dann im Januar von der neuen Staffel "Sherlock" im Kino ermorden lassen. Wie man seine Zuschauer fertig macht, weiß die BBC ganz genau.

Einen guten Rutsch euch allen.

Cheers!

Samstag, 12. Dezember 2015

Abschluss

Mit reichlicher Verspätung hier also der Bericht zu meiner Abschlussfeier:

Am 18. November flogen meine Eltern und ich wieder nach Edinburgh - Gottseidank hatten wir genau den Zeitraum erwischt, in dem niemand bei der Lufthansa spontan Lust auf einen Streik hatte - und ich habe mich tierisch gefreut, "meine" Stadt wieder zu sehen. Es ist schon verrückt, wie schnell einem ein Ort ans Herz wachsen kann.

Die Stadt empfing uns genau so, wie ich das erwartet hatte: mit Regen und kaltem Wind.

Nachdem wir am Mittwochabend ankamen und erstmal unsere Koffer auf der Suche nach dem Hotel durch die halbe Innenstadt schleifen durften, haben wir uns anschließend mit meiner Studienfreundin Sabi nebst Anhang zum Abendessen im Pub getroffen. Live-Musik inklusive!

Der Donnerstag war dann für die Abschlussfeier selbst gedacht. Also früh aufstehen, duschen, schicke Kleidung anziehen, in den Bus zur Uni steigen und froh sein, dass es diesmal nicht regnet. Dann ging natürlich das Chaos los. Ich musste meine Robe und die Tickets für meine Eltern abholen, sowie das (noch leere) Dokumentenrohr, in das später das Zeugnis kommen würde.

Zwischendurch musste man natürlich ständig anhalten, wenn ein vertrautes Gesicht aus der Menge auftaucht, um sich zu begrüßen und ein wenig zu quatschen.

Die Zeremonie selbst ging dann eigentlich recht schnell und problemlos von Statten. Wir saßen die meiste Zeit im Publikum, hörten zahlreichen Reden zu und durften zusehen, wie vor uns beinahe alle anderen zuerst ihre Zeugnisse bekamen, bevor wir dann selbst an der Reihe waren.

Im Gänsemarsch ging es nach vorne, natürlich alphabetisch sortiert, die Robe wurde ein letztes Mal gerichtet, die einzelnen Namen aufgerufen, und schon geht man über die Bühne, schüttelt dem Kanzler die Hand, bekommt eine recht altertümliche Mütze an den Kopf getippt, geht weiter, bekommt sein Zertifikat in die Hand gedrückt, und darf zurück an seinen Platz.

Da sind wir alle: Ich, Sabi, Franzi, Rosa, Lisa, und Margeaux vor der Statue von James Watt
Hinterher gab es noch einen Sektempfang. Sekt, Orangensaft, Shortbread und diverse andere Knabbereien gab es im Angebot und nach den ca. zwei Stunden im Auditorium griffen natürlich alle beherzt zu.

Im Anschluss hielten meine Eltern und ich auf dem Weg zurück in die Stadt noch kurz bei Aldi und Sainsbury's, damit ich mich mit meinen geliebten Minttabletten eindecken und noch ein paar andere meiner in Deutschland nicht auffindbaren Lieblingsleckereien kaufen konnte.

Und, weil das ja noch nicht genug war, ging ich danach endlich ein paar Bücher kaufen.

Abends trafen sich fast alle Absolventen aus meinem Kurs dann in einem Pub/Disco um noch ein wenig zu feiern. Richtig lange haben wir es aber nicht ausgehalten, nachdem wir alle schon so früh aufgestanden waren, und so ging ich schon um kurz vor Mitternacht wieder ins Hotel.

Auch der Donnerstag brachte wieder jede Menge Action. Morgens um 10 hab ich mich mit meiner Freundin Moriah getroffen, die hier in Edinburgh wohnt, und wir sind zusammen shoppen gegangen, haben uns viel unterhalten und auch der Keksfabrik einen Besuch abgestattet. 1,8 kg Shortbread für 1,50 Pfund im Fabrikverkauf! Da kann man ja gar nicht nein sagen. Ein absolutes Schnäppchen.

Im Anschluss hab ich mich dann mit meinen Eltern getroffen und wir sind noch in die Camera Obscura, einem wirklich interessanten Gebäude direkt am Castle, wo es jede Menge optischer Täuschungen und Illusionen zu bestaunen gibt. Und natürlich die Camera Obscura, einen schwankbaren winzigen Spiegel, mit dem man in einem komplett dunklen Raum wie mit einer Kamera fast ganz Edinburgh sehen kann.Genial!

Mein Lieblingsteil waren aber die Trickbilder, wie etwa diese hier:

Wo die Brücke aufhört, fangen die Schiffe an. Oder?

Dieses Gemälde einer Bucht entpuppt sich in einem runden Spiegel als Portrait von Jules Verne!
Und natürlich konnte man von der Aussichtsplattform aus herrliche Blicke auf die Stadt genießen:


Blick auf das Castle und den großen Vorplatz


Blick auf die Royal Mile, die vom Castle bis runter zum Parlament führt.

Die Wärmebildaufnahme aus der Camera Obscura liefert den ultimativen Beweis: meine Hände sind Eisklötze
Auch wenn es dunkel wird hat Edinburgh noch viel zu bieten. Zum Beispiel die Eröffnung des deutschen Weihnachtsmarktes (Bratwurst, Bratkartoffeln und sogar Krakauer inklusive) in den Princes Street Gardens und die schönen Lichternetze über der Rose Street:

Die Lichternetze über der Rose Street
Der deutsche Weihnachtsmarkt, inklusive Riesenrad und Weihnachtsbaumverkauf

Eine der schönsten Weihnachtsdekorationen in Edinburgh findet sich in der Rose Street

Mein absoluter Favorit: die weißen Geisterbäume am Castle Hill.
Da ich letztes Jahr nicht mehr dazu gekommen bin, Fotos vom Weihnachtsmarkt zu machen, habe ich mich natürlich sehr gefreut, dass es dieses Jahr geklappt hat und wir gerade rechtzeitig zur Eröffnung da waren. Und noch mehr gefreut hat mich, dass auch einige der Bäume auf dem Castle Hill wieder in ihrem weißen Licht erstrahlen. Das fand ich schon letztes Jahr wunderschön und bin auch dieses Mal wieder begeistert gewesen.

Den Samstag, unseren letzten ganzen Tag in Edinburgh, verbrachten wir mit einem langen Spaziergang zum und im Dean Village, von dem ich ja schon diverse Bilder gepostet habe. Im Winter sieht es nicht ganz so schön aus (leider hatten wir keinen Schnee) aber es war trotzdem sehenswert und wir hatten tolles Wetter.




Danach ging es auf einen Zwischenstop in den Caffeine Drip, mein Lieblingscafé, in dem sich die besten Milkshakes überhaupt finden lassen, und danach war noch ein wenig shopping und Bummeln auf dem Weihnachtsmarkt angesagt.

Am Abend hab ich mich dann noch mit meinem ehemaligen Mitbewohner Bobby auf dem Weihnachtsmarkt getroffen, wo wir prompt noch ein paar anderen bekannten Gesichtern begegnet sind, und dann ging es auch schon mit meinen Eltern in den Pub.

Irgendwie habe ich es geschafft, mir eine ziemlich schwere Erkältung einzufangen, denn beim Essen bekam ich Schüttelfrost und machte mich direkt auf den Weg ins Hotel, wo ich prompt richtig Fieber bekam und mit gefühlt kochenden Augäpfeln im Bett lag und mich hundelend fühlte. Wenigstens bin ich erst am Abend vor unserem Heimflug krank geworden, aber auch das hätte echt nicht sein müssen.

Den Rückflug hab ich trotzdem gut überstanden, war aber froh, als wir endlich zuhause angekommen sind und ich mich in mein Bett verkriechen konnte.

Danke, Edinburgh.

Und zum Abschluss einige der Fotos, die ich im Flieger gemacht habe:





Goodbye, Scotland. Ich komme wieder, keine Frage.

Cheers!

PS: diesen Blog werde ich weiterhin online lassen, zum Stöbern und Erinnern und Staunen. Und wenn ich das nächste Mal auf Reisen gehe, werde ich hier darüber schreiben. Danke an alle, die dieses Jahr in Schottland so unvergesslich gemacht haben, und alle, die mir mit lieben Kommentaren von zu Hause aus zur Seite standen.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Weihnachtszeit ist Prüfungszeit

Ja, ich lebe noch.

Seien wir mal ehrlich - im November gibt es nichts zu tun. Wäre ich in den USA, hätte ich einen langen Eintrag über Thanksgiving schreiben können, aber sowas wird hier nicht gefeiert.

Stattdessen befindet sich Edinburgh seit dem 1. November im Weihnachtsrausch. Es ist immer wieder faszinierend, wie alle Halloweendekorationen über Nacht aus den Schaufenstern verschwinden und durch Lichterketten und Weihnachtskugeln ersetzt werden.

Nicht, dass ich davon allzu viel zu sehen bekommen hätte.

Den Großteil des Novembers habe ich in der Uni-Bibliothek verbracht. Und wenn ich sage "Großteil" dann meine ich, dass ich an meinen freien Tagen gegen 12 oder 1 Uhr mittags dort aufgetaucht bin, zum Abendessen zurück in die Wohnung ging und dann direkt wieder herkam ... gelegentlich bis 5 Uhr morgens. Mein Projekt für CAT (Computer Aided Translation) hab ich am Freitag abgegeben, jetzt muss ich nur noch bis nächsten Freitag einen Essay für International Politics schreiben und für die Spanischprüfung am 19. Dezember lernen.

Damit bin ich noch gut dran - meine armen Flatmates sind nämlich ganz schön im Prüfungsstress. Naja, alle außer Bobby und Izzy, die hatten ihre Prüfungen letzte Woche schon. Um uns alle anzutreiben, hat Bobby gestern netterweise für jeden von uns einen Exam Survival Pack in die Küche gestellt:

Lieb, oder?

Aber natürlich ist nicht alles nur Lernstress. Gestern war ich beispielsweise mit ein paar anderen Leuten Essen und hab mich anschließend mit Franzi und Sabrina aus meinem Kurs in der Stadt getroffen - über beide Weihnachtsmärkte bummeln und Fotos vom festlichen Edinburgh machen.

Der größere (und wesentlich überfülltere) Weihnachtsmarkt in der Stadt befindet sich direkt an der Princes Street und ist allgemein als der "deutsche" Weihnachtsmarkt bekannt. Spätestens beim Anblick dieses Schildes an einem der Stände blieben keine Fragen mehr offen:

Unter anderem im Angebot: Bratwurst, Currywurst und sogar Krakauer! Oh, und Bratkartoffeln und Nackensteaks. Außerdem Glühwein und Apfelstrudel. Alles auf Deutsch mit englischen Beschreibungen, damit die nicht-deutschen Besucher auch wissen, was sie da zu essen bekommen. Was es leider nicht gibt, sind Schnitzel, sehr zu meiner persönlichen Enttäuschung.

Abgesehen davon hat der Weihnachtsmarkt noch Lichterkettenbäume, ein Riesenrad und ein hohes Kettenkarussel zu bieten:
Edinburgh Castle und einige der beleuchteten Bäume

An diesem Motiv konnte ich nicht vorbeigehen, ohne ein Foto zu machen

Die Kinderabteilung des Weihnachtsmarkts mit dem Weihnachtsbaumverkauf

Das Riesenrad, das neben dem Monument gar nicht sooo riesig erscheint

Und hier das Kettenkarussel - warum man bei der Kälte da mitfährt, ist mir ein Rätsel

Dieser Baum hier bewirbt sich noch für eine Rolle im nächsten Horrorfilm

Der kleinere, nicht-deutsche Weihnachtsmarkt mit Eislaufring

Na sowas - noch mehr beleuchtete Bäume! 100% künstlich aber definitiv beeindruckend

Einige Gebäude sind so hell erleuchtet, dass man sie nur mit Sonnenbrille ansehen kann

Und die hier hatten eine Art Sternschnuppenregen zusätzlich zur Lichterwand




Die Rose Street, die parallel zur Princes Street verläuft, sieht derzeit so aus
Weihnachten in Edinburgh - und dabei hab ich noch nichtmal Gelegenheit gehabt, ein richtiges Foto vom deutschen Weihnachtsmarkt zu machen - das folgt dann in ein paar Tagen, wenn ich das nächste Mal in der Stadt war. Aber erst muss ich einen Essay schreiben.

Cheers!