Eines der schönsten Dinge, die einem passieren können, wenn man im Ausland lebt, ist der Besuch von Freunden oder Familie aus der Heimat - oder, anders herum, der Besuch bei ihnen.
Ende April kam meine liebe Freundin Maja mich besuchen und hat mir nicht nur meinen geliebten Käse mitgebracht, den man in London vergeblich sucht, sondern vor allem das Gefühl, dass ich zwar fern von der Heimat bin, einige Dinge sich aber nie ändern werden. Und tatsächlich hat sich an der reinen Reisezeit von ihr zu mir trotz meines Umzugs nicht viel geändert. Das sagt zugegeben mehr über die Deutsche Bahn aus, als über die Entfernung von Franken nach London, aber bemerkenswert ist es trotzdem.
Da ich leider den Mittwoch und Donnerstag ihres Besuchs nicht freibekommen habe, hat sie ihren Koffer bei mir abgeladen und ist tagsüber in London auf Entdeckungstour gegangen - wenn es eine Sache gibt, die man in London tun kann, dann sich zwei Tage lang allein beschäftigen.
Am Freitag hatte ich dann glücklicherweise frei und konnte sie zu einigen meiner Lieblingsorte in London schleppen.
Ganz vorne mit dabei war natürlich das John Soane Museum, von dem ich glaube ich schonmal berichtet habe - das Wohnhaus eines Architekten, der viel auf Reisen war und von seinen Reisen Andenken "mitgebracht" (geklaut) und in seinem Haus untergebracht hat. Zu den erstaunlichsten Stücken gehören die Fresken, die er offenbar einfach von irgendwelchen Gebäuden abgemeißelt hat, der Sarkopharg im Keller (!) und ein Raum voller Gemälde, bei dem man die Wände aufklappen kann, um noch mehr Wände mit Gemälden dahinter zu finden.
Leider ist in dem Museum das Fotografieren verboten - Bilder hättet ihr aber so oder so nicht bekommen, weil meine geliebte Kamera den Besuch zum Anlass genommen hat, um den Geist aufzugeben. Ein Sensor-Problem. Ich habe sie inzwischen zur Reparatur eingeschickt und hoffe, sie bald wieder einsatzbereit bei mir zu haben.
Dafür hat Maja einige schöne Bilder von uns gemacht. Mein Favort ist dieses hier, das am Camden Market entstanden ist:
Bei diesem Besuch auf dem großartigsten, buntesten Ort von ganz London habe ich eine weitere Sache entdeckt, die sich wohl nie ändert:
Fast jedes Mal, wenn ich in einen ganz bestimmten Laden mit gebrauchten Büchern am Camden Market gehe, finde ich ein signiertes Buch von Terry Pratchett. Inzwischen habe ich drei davon.
Die Unterhaltung lief etwa so:
Ich: "Ich hab hier schon zweimal ein signiertes Buch von Pratchett gefunden. Ich muss diese Kiste hier mal durchblättern."
Maja: "Alles klar, ich geh solang eine rauchen."
5 Minuten später:
Maja: "Du hast noch keine komischen Geräusche gemacht - nix gefunden?"
Ich: "Hab noch drei Bücher." *schlag das nächste Buch auf - signiert*
Ich: "Wie gesagt ..."
Wir hatten jede Menge Spaß zusammen und ich bin froh, dass ich ihr nach Edinburgh nun auch meine zweite neue Heimat zeigen konnte. Ob das nun im Regen oder strahlenden Sonnenschein ist, ist da schon recht nebensächlich.
Leider waren unsere vier Tage zusammen viel zu schnell vorbei und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Besuch.
Bis es allerdings irgendwann soweit ist, habe ich selbst einige Besuche abzustatten.
Letztes Wochenende waren Sabi, Laura und ich bei einem von Lauras Kollegen und seiner Freundin zu Besuch, um mit ihnen und einigen anderen Leuten zusammen den Eurovision Song Contest zu gucken. Der ist sowieso jedes Jahr eines meiner Highlights und es war großartig, ihn mal zusammen mit so vielen anderen Leuten zu gucken und sich über die Teilnehmer und Moderatoren lustig zu machen.
Am 30. Juni geht es dann - sehr zu meiner Freude - endlich wieder nach Edinburgh. Meine Freundin Moriah heiratet und hat Sabi und mich eingeladen. Da konnten wir natürlich nicht ablehnen - Edinburgh im Sommer ist schließlich einer der schönsten Orte der Welt, wie wir nach einem Jahr dort bestätigen können! Vom 30. Juni bis 5. Juli werde ich also meine Lieblingsstadt unsicher machen, auf eine schottische Hochzeit gehen und mit einer großen Packung Shortbread zurückkommen - und hoffentlich auch mit ganz vielen Bildern, denn bis dahin sollte meine Kamera längst repariert sein.
Weitere Besuche sind bisher nicht geplant (abgesehen von einem bisher nicht genauer festgelegten Trip in die Heimat, natürlich), aber wenn jemand von meinen Freunden Lust hat, mich mal besuchen zu kommen, meldet euch doch einfach bei mir.
Cheers!
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Sonntag, 21. Mai 2017
Dienstag, 27. Dezember 2016
Merry Christmas
Dieses Jahr ist gegen Ende noch mal so richtig schön hektisch geworden.
Der Dezember ging los mit der Weihnachtsfeier auf der Arbeit, der unerwarteten Kündigung unseres Teamchefs und ging dann weiter mit meinem Kurzausflug nach Deutschland.
Zwischen Filmen, Nürnberger Christkindlmarkt und dem Konzert meiner Lieblingsband habe ich es sogar noch geschafft, einen Besuch zuhause bei der lieben Familie und einen Friseurtermin in meinen Terminkalender zu quetschen.
Es war schön, so viele bekannte Gesichter in so kurzer Zeit zu sehen - nicht so schön war es, nach einem Konzert und nur zwei Stunden Schlaf zum Flughafen gefahren zu werden und dann dort morgens um 4 Uhr erstmal noch eine Stunde rumgammeln zu dürfen, bis genug Flughafenmitarbeiter da sind, um wenigstens die Sicherheitskontrolle durchzuführen. Hmpf.
Und das Konzert? Absolut großartig. Nicht nur die Poets of the Fall, für die ich ja da war, sondern auch die Vorband, Flight Brigade, kann ich nur wärmstens empfehlen. Hab mir direkt ihr Debutalbum mitgenommen und höre das seitdem rauf und runter.
Zurück in London bin ich dann auf der Arbeit und auch zuhause direkt in den Vorweihnachtsstress geraten. Nicht nur wollten so viele Klienten wie möglich schnell noch Übersetzungen angefertigt und korrigiert haben, nein - meine Mitbewohnerinnen haben beschlossen, dass wir ein "richtiges" Weihnachtsessen brauchen.
Zwischen all diesem Chaos kam dann das nächste Highlight - der Besuch meiner Eltern um London im schönsten Weihnachtschaos zu sehen. Schnee kann man hier natürlich vergessen, aber dafür haben wir kalten Wind bekommen und den ein oder anderen sonnigen Tag.
Weihnachten selbst war ... genau wie man erwarten würde, wenn man fünf Mädels, einen Truthahn, 3 Kilo Kartoffeln und etwa 20 Würstchen im Schlafrock plus die Zutaten für eine Schwarzwälder Kirschtorte alle in eine Küche steckt.
Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld, aber das Essen war dafür ein absolutes Festmahl und wir hatten extrem viel Spaß zusammen - auch wenn einige von uns dachten, sie würden platzen.
Dazu gab es traditionelle Weihnachtsfilme - Kevin Allein Zuhaus und Thor.
Alles in Allem war es ein absolut gelungenes Fest. Mein erstes Weihnachten ohne Familie, dafür aber mit tollen Freunden und einem wirklich leckeren Truthahn.
Und obwohl 2016 offenbar wild entschlossen ist, das absolut schlimmste Jahr der jüngsten Geschichte zu werden und so viele bekannte Menschen wie möglich mitzunehmen, hoffe ich, dass ihr alle ein wunderschönes Weihnachtsfest hattet und das Jahr ruhig und zufrieden ausklingen lassen könnt. Ich persönlich werde an Silvester auf dem Grab von 2016 tanzen und mich dann im Januar von der neuen Staffel "Sherlock" im Kino ermorden lassen. Wie man seine Zuschauer fertig macht, weiß die BBC ganz genau.
Einen guten Rutsch euch allen.
Cheers!
Der Dezember ging los mit der Weihnachtsfeier auf der Arbeit, der unerwarteten Kündigung unseres Teamchefs und ging dann weiter mit meinem Kurzausflug nach Deutschland.
Zwischen Filmen, Nürnberger Christkindlmarkt und dem Konzert meiner Lieblingsband habe ich es sogar noch geschafft, einen Besuch zuhause bei der lieben Familie und einen Friseurtermin in meinen Terminkalender zu quetschen.
Es war schön, so viele bekannte Gesichter in so kurzer Zeit zu sehen - nicht so schön war es, nach einem Konzert und nur zwei Stunden Schlaf zum Flughafen gefahren zu werden und dann dort morgens um 4 Uhr erstmal noch eine Stunde rumgammeln zu dürfen, bis genug Flughafenmitarbeiter da sind, um wenigstens die Sicherheitskontrolle durchzuführen. Hmpf.
Und das Konzert? Absolut großartig. Nicht nur die Poets of the Fall, für die ich ja da war, sondern auch die Vorband, Flight Brigade, kann ich nur wärmstens empfehlen. Hab mir direkt ihr Debutalbum mitgenommen und höre das seitdem rauf und runter.
Zurück in London bin ich dann auf der Arbeit und auch zuhause direkt in den Vorweihnachtsstress geraten. Nicht nur wollten so viele Klienten wie möglich schnell noch Übersetzungen angefertigt und korrigiert haben, nein - meine Mitbewohnerinnen haben beschlossen, dass wir ein "richtiges" Weihnachtsessen brauchen.
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| Mein Arbeitsplatz - mit Weihnachtsdeko |
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| Unser Fenster mit Weihnachtsschmuck aus Sprühschnee und aufgeklebten Girlanden |
Weihnachten selbst war ... genau wie man erwarten würde, wenn man fünf Mädels, einen Truthahn, 3 Kilo Kartoffeln und etwa 20 Würstchen im Schlafrock plus die Zutaten für eine Schwarzwälder Kirschtorte alle in eine Küche steckt.
Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld, aber das Essen war dafür ein absolutes Festmahl und wir hatten extrem viel Spaß zusammen - auch wenn einige von uns dachten, sie würden platzen.
| Der Truthahn, der wirklich extrem lecker war |
| Die "Beilagen" |
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| Frohe Weihnachten von mir, Sabi, Mel, Naz und Jo! |
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| Naz mit ihrer Schwarzwälder Kirschtorte |
Alles in Allem war es ein absolut gelungenes Fest. Mein erstes Weihnachten ohne Familie, dafür aber mit tollen Freunden und einem wirklich leckeren Truthahn.
Und obwohl 2016 offenbar wild entschlossen ist, das absolut schlimmste Jahr der jüngsten Geschichte zu werden und so viele bekannte Menschen wie möglich mitzunehmen, hoffe ich, dass ihr alle ein wunderschönes Weihnachtsfest hattet und das Jahr ruhig und zufrieden ausklingen lassen könnt. Ich persönlich werde an Silvester auf dem Grab von 2016 tanzen und mich dann im Januar von der neuen Staffel "Sherlock" im Kino ermorden lassen. Wie man seine Zuschauer fertig macht, weiß die BBC ganz genau.
Einen guten Rutsch euch allen.
Cheers!
Montag, 29. Juni 2015
Sollen sie doch Kuchen essen
... und Milkshakes trinken.
Vom 20. bis 25. Juni kam mich Alex aus Guildford besuchen. Nachdem ich im Februar schon bei ihr war, um auf ihre Duschtür und das Schwimmbad nahe der Uni neidisch zu sein, war sie jetzt hier, um mich um die große Küche zu beneiden.
Und natürlich auch, um sich Edinburgh anzusehen.
Dazu hatten wir dann auch gleich am Sonntag die perfekte Gelegenheit, denn beim Cake Fest in den botanischen Gärten wurde die ganze Stadt (beziehungsweise ihre wichtigsten Teile) aus Kuchen nachgebaut. Ja, aus Kuchen.
Im Anschluss wurde die Stadt dann in Stücke gehackt und kostenlos an alle Gäste verteilt. Wir haben uns brav mehrmals angestellt, denn wenn es kostenlosen Kuchen gibt, übt man sich nicht in falscher Zurückhaltung.
Auch im Besuch inbegriffen waren diverse Ausflüge in die Stadt, zwei Besuche im Bücherparadies Armchair Books und ein Tag, den wir bei wunderschönem Wetter im Dean Village verbrachten.
Dean Village ist nur etwa fünf Minuten Fußweg von der Princes Street im Herzen Edinburghs entfernt und definitiv einen Besuch wert. Und hier eine Reihe von Bildern, um diese Behauptung zu untermauern:
Sobald ich mich entschieden hab, in welches dieser Häuser ich später mal einziehen will, fang ich an zu sparen.
Um dem Tag dann noch die Krone aufzusetzen, bin ich mit Alex hinterher noch in mein Lieblingscafé, wo es die absolut besten Milkshakes von Edinburgh gibt. Allein schon wegen der Variatonen. Das hier ist die Milkshake-Karte:
Hier übrigens mein Karamellshake mit Oreo Cookies und Maltesern:
Vom 20. bis 25. Juni kam mich Alex aus Guildford besuchen. Nachdem ich im Februar schon bei ihr war, um auf ihre Duschtür und das Schwimmbad nahe der Uni neidisch zu sein, war sie jetzt hier, um mich um die große Küche zu beneiden.
Und natürlich auch, um sich Edinburgh anzusehen.
Dazu hatten wir dann auch gleich am Sonntag die perfekte Gelegenheit, denn beim Cake Fest in den botanischen Gärten wurde die ganze Stadt (beziehungsweise ihre wichtigsten Teile) aus Kuchen nachgebaut. Ja, aus Kuchen.
Im Anschluss wurde die Stadt dann in Stücke gehackt und kostenlos an alle Gäste verteilt. Wir haben uns brav mehrmals angestellt, denn wenn es kostenlosen Kuchen gibt, übt man sich nicht in falscher Zurückhaltung.
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| Lecker! |
Dean Village ist nur etwa fünf Minuten Fußweg von der Princes Street im Herzen Edinburghs entfernt und definitiv einen Besuch wert. Und hier eine Reihe von Bildern, um diese Behauptung zu untermauern:
Sobald ich mich entschieden hab, in welches dieser Häuser ich später mal einziehen will, fang ich an zu sparen.
Um dem Tag dann noch die Krone aufzusetzen, bin ich mit Alex hinterher noch in mein Lieblingscafé, wo es die absolut besten Milkshakes von Edinburgh gibt. Allein schon wegen der Variatonen. Das hier ist die Milkshake-Karte:
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| Man sucht sich zuerst eine Basis aus, wählt dann die zweite Geschmacksrichtung und zum Schluss die "Streußel" |
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| Der Caffeine Drip von innen - es ist ein afrikanisches Café |
Die ideale Belohnung nach unserem langen Spaziergang durchs Dean Village.
Außerdem in diesen Tagen:
Ein kurzer Besuch im Museum, Shopping, ein leckeres Abendessen bei Sabi und ein Pubabend mit uns beiden, Lisa, Sabi und Bobby.
Es hätte nicht schöner sein können.
Vielen Dank, dass du da warst, Lexi! Wir sehen uns im September wieder.
Cheers!
Sonntag, 10. Mai 2015
Besuch aus der Heimat
Kaum war ich aus Skye wieder da, schon kam Besuch von zuhause angerückt: die lieben Eltern.
Wenn man seine Tochter schon für ein Jahr ins Ausland gehen lässt, muss man natürlich auch mal vorbeikommen und gucken, wie sie so lebt.
Für April hatten wir auch gewaltiges Glück mit dem Wetter und mussten uns nur ab und an über ein klein wenig Nieselregen und den üblichen kalten Wind ärgern. Hauptsächlich hatten wir Sonnenschein und fast schon warme Temperaturen - hätte nicht besser sein können!
Am Montag, ihrem Anreisetag, hat die Zeit nur für einen Spaziergang entlang der Princes Street und der Royal Mile gereicht, abschließender Pubbesuch inklusive.
Am Dienstag war dann aber das Castle dran - früher oder später muss man ja mal da rein. Wir haben es sogar geschafft, pünktlich zur 1 Uhr Kanone im Hof zu sein und zuzusehen (und zu hören) wie sie abgefeuert wird.
Nachdem wir den ganzen Tag durchs Castle gewandert sind, folgte am Abend dann ein weiterer Ausflug in den Pub zu traditionellen Fish & Chips, an denen wirklich kein Weg vorbeiführt.
Am Mittwoch ging es dann endlich auf zu meiner Uni, wo ich bei gelegentlichem Niesel meinen Eltern das Unigelände und mein Zimmer zeigen konnte - Flatmates und Freunde inklusive! Danach ging es noch mit Sabi zusammen in die Stadt und rauf auf den Calton Hill, um einen Überblick über die Innenstadt zu bekommen. Nach einem Zwischenstop am Parlament und dem Holyrood Palace war klar: Da müssen wir morgen rein!
Der Donnerstag war definitiv eines der Highlights des Besuchs.
Wir kauften uns Tickets für die Bustour, bei der man wie auch in London je nach Belieben ein- und wieder aussteigen kann, um sich Teile der Stadt näher anzusehen. Also sind wir am Holyrood Palace, wo die Queen im Sommer meist etwa vier Tage verbringt, ausgestiegen und haben uns für Tickets angestellt. Direkt vor uns stand eine größere italienische Reisegruppe - wie sich später herausstellte, waren es wohl Mitglieder eines Sprachkurses (alle so um die 30-50 Jahre alt).
Eine Frau aus der Gruppe hörte uns über die Preistafel reden und fragte in einem Mix aus Englisch und Italienisch, ob wir auch in den Palast wollten, und wandte sich dann prompt an ihre Reiseleiterin/Lehrerin. Bevor wir wussten, wie uns geschah, waren wir von der Gruppe adoptiert worden und kamen mit dem Gruppenrabatt billiger rein!
Die Reiseleiterin/Lehrerin fragte mich dann noch, ob wir alle drei Englisch könnten, weil die Audioguides für ihre Gruppe natürlich auf Italienisch wären. Ich erklärte ihr, ich könnte für meine Eltern dolmetschen und sie bat daraufhin am Eingang um drei englische Audioguides und drückte sie mir mit den Worten: "Ihr bekommt eure auf Englisch, als Strafe, weil ihr nicht genug geübt habt!" und einem Augenzwinkern in die Hände. Man sollte Dad natürlich keine elektronischen Geräte in die Hand geben, wenn man sie im selben Zustand zurückbekommen möchte, und so hat er seinen Audioguide mit ein paar Knopfdrücken ganz aus versehen auf Deutsch umgestellt. Meine Eltern konnten sich also die Kopfhörer für einen der Guides teilen und ich hab mir die Erklärungen einfach auf Englisch angehört.
Die Italiener - und wir - fanden die ganze Sache natürlich urkomisch und haben den ganzen Weg nach drinnen gelacht.
Leider durfte man im Palace selber keine Fotos machen, also gibt es nur Fotos vom Äußeren des Gebäudes und den wunderschönen Gärten.
Nach diesem höchst unterhaltsamen Zwischenstop machten wir noch den Rest der Bustour mit, bekamen die wichtigsten Ecken von Edinburgh zu sehen und entschieden uns letzten Endes gegen einen Besuch auf der Royal Yacht Britannia - man muss ja nicht alles mitmachen und die Eintrittspreise waren schon fast unverschämt.
Am Freitag ging es bei strahlendem Sonnenschein rauf auf den Arthur's Seat - da war ich auch noch nicht oben bisher, es hat sich also für uns alle gelohnt.
Eine Besonderheit an Schottland sind die leuchtend gelb blühenden, Stechginsterbüsche (hier "gorse" genannt), die überall wachsen - auch auf dem Arthur's Seat. Die blühen nicht nur wunderschön, sie riechen auch ganz extrem nach Kokosnüssen. Wenn die Sonne scheint und man die Augen zumacht, kommt man sich vor wie im Urlaub auf einer Insel in der Karibik. Herrlich!
Auf dem Rückweg nahmen wir übrigens erst einen nicht ganz so offiziellen Steilpfad und dann die Steintreppen - kein Wunder, dass uns am nächsten Tag allen die Beine wehtaten. Muskelkater vom Feinsten!
Zum Glück hatten wir für Samstag aber nichts allzu anstrengendes geplant - ein kurzer Besuch im National Museum, und dann ging es wieder zur Uni - Izzy (nicht ich) hat Geburtstag gefeiert und genug Essen für eine ganze Armee vorbereitet. Der Vorteil an dieser Feier war, dass wir uns keine Gedanken machen mussten, wo und was wir Essen gehen wollten, und meinen Eltern konnten meine Flatmates und Freunde etwas länger treffen und den ganzen Namen mal Gesichter zuordnen. Dafür sah die Küche aber auch aus, als wäre ein rosa Farbeimer drin explodiert.
Am Sonntag war zwar der Muskelkater noch nicht wieder weg, dafür aber unsere Unternehmungslust wieder voll da, und so verbrachten wir den ganzen Tag in den botanischen Gärten, wo nach den ersten paar sonnigen Tagen natürlich sofort alles angefangen hat wie verrückt zu blühen.
Nach diesem Ausflug war die Woche auch schon beinahe wieder vorbei und wir verbrachten den Montagmittag im Kaufhaus Jenners (wo wir nix kauften, dafür aber die Architektur bewunderten) und in der National Gallery, in der man auch ein paar Stunden zubringen kann, wenn man mal nicht weiß, was man mit seiner Zeit anfangen soll.
Schließlich wurde es dann aber doch Zeit, zurück zum Hotel zu gehen, die Koffer zu holen und zum Flughafen zu fahren. Dass die Koffer auf dem Rückflug wesentlich schwerer waren als bei der Ankunft, muss man wohl nicht extra dazusagen, oder? Dafür hab ich jetzt keine Stiefel, Pullover und keinen Wintermantel mehr ... und bin 34 Bücher und diverse DVDs los.
Alles in allem war es eine tolle Woche und ich bin froh, dass ihr da wart ♥
Cheers!
Wenn man seine Tochter schon für ein Jahr ins Ausland gehen lässt, muss man natürlich auch mal vorbeikommen und gucken, wie sie so lebt.
Für April hatten wir auch gewaltiges Glück mit dem Wetter und mussten uns nur ab und an über ein klein wenig Nieselregen und den üblichen kalten Wind ärgern. Hauptsächlich hatten wir Sonnenschein und fast schon warme Temperaturen - hätte nicht besser sein können!
Am Montag, ihrem Anreisetag, hat die Zeit nur für einen Spaziergang entlang der Princes Street und der Royal Mile gereicht, abschließender Pubbesuch inklusive.
Am Dienstag war dann aber das Castle dran - früher oder später muss man ja mal da rein. Wir haben es sogar geschafft, pünktlich zur 1 Uhr Kanone im Hof zu sein und zuzusehen (und zu hören) wie sie abgefeuert wird.
| Genau zum richtigen Zeitpunkt abgedrückt! |
| Ich hab mich dann doch lieber an die kleineren Kaliber gehalten - für Linkshänder nicht geeignet! |
Am Mittwoch ging es dann endlich auf zu meiner Uni, wo ich bei gelegentlichem Niesel meinen Eltern das Unigelände und mein Zimmer zeigen konnte - Flatmates und Freunde inklusive! Danach ging es noch mit Sabi zusammen in die Stadt und rauf auf den Calton Hill, um einen Überblick über die Innenstadt zu bekommen. Nach einem Zwischenstop am Parlament und dem Holyrood Palace war klar: Da müssen wir morgen rein!
Der Donnerstag war definitiv eines der Highlights des Besuchs.
Wir kauften uns Tickets für die Bustour, bei der man wie auch in London je nach Belieben ein- und wieder aussteigen kann, um sich Teile der Stadt näher anzusehen. Also sind wir am Holyrood Palace, wo die Queen im Sommer meist etwa vier Tage verbringt, ausgestiegen und haben uns für Tickets angestellt. Direkt vor uns stand eine größere italienische Reisegruppe - wie sich später herausstellte, waren es wohl Mitglieder eines Sprachkurses (alle so um die 30-50 Jahre alt).
Eine Frau aus der Gruppe hörte uns über die Preistafel reden und fragte in einem Mix aus Englisch und Italienisch, ob wir auch in den Palast wollten, und wandte sich dann prompt an ihre Reiseleiterin/Lehrerin. Bevor wir wussten, wie uns geschah, waren wir von der Gruppe adoptiert worden und kamen mit dem Gruppenrabatt billiger rein!
Die Reiseleiterin/Lehrerin fragte mich dann noch, ob wir alle drei Englisch könnten, weil die Audioguides für ihre Gruppe natürlich auf Italienisch wären. Ich erklärte ihr, ich könnte für meine Eltern dolmetschen und sie bat daraufhin am Eingang um drei englische Audioguides und drückte sie mir mit den Worten: "Ihr bekommt eure auf Englisch, als Strafe, weil ihr nicht genug geübt habt!" und einem Augenzwinkern in die Hände. Man sollte Dad natürlich keine elektronischen Geräte in die Hand geben, wenn man sie im selben Zustand zurückbekommen möchte, und so hat er seinen Audioguide mit ein paar Knopfdrücken ganz aus versehen auf Deutsch umgestellt. Meine Eltern konnten sich also die Kopfhörer für einen der Guides teilen und ich hab mir die Erklärungen einfach auf Englisch angehört.
Die Italiener - und wir - fanden die ganze Sache natürlich urkomisch und haben den ganzen Weg nach drinnen gelacht.
Leider durfte man im Palace selber keine Fotos machen, also gibt es nur Fotos vom Äußeren des Gebäudes und den wunderschönen Gärten.
| Der Audioguide wird auf Deutsch umgestellt |
| Der Innenhof |
| Es geht nichts ohne Ruinen - nicht einmal auf dem Palastgelände |
| Die Überreste dieser Abbey stehen direkt neben dem Palace |
| Und wenn ich sage "direkt neben", dann meine ich das auch so. |
| Blick auf die Ruine vom Garten aus |
| Papa, Mama und im Hintergrund Arthur's Seat. |
Nach diesem höchst unterhaltsamen Zwischenstop machten wir noch den Rest der Bustour mit, bekamen die wichtigsten Ecken von Edinburgh zu sehen und entschieden uns letzten Endes gegen einen Besuch auf der Royal Yacht Britannia - man muss ja nicht alles mitmachen und die Eintrittspreise waren schon fast unverschämt.
Am Freitag ging es bei strahlendem Sonnenschein rauf auf den Arthur's Seat - da war ich auch noch nicht oben bisher, es hat sich also für uns alle gelohnt.
Eine Besonderheit an Schottland sind die leuchtend gelb blühenden, Stechginsterbüsche (hier "gorse" genannt), die überall wachsen - auch auf dem Arthur's Seat. Die blühen nicht nur wunderschön, sie riechen auch ganz extrem nach Kokosnüssen. Wenn die Sonne scheint und man die Augen zumacht, kommt man sich vor wie im Urlaub auf einer Insel in der Karibik. Herrlich!
| Die Fotografin - beim Fotografieren fotografiert |
| Gipfelstürmer |
Zum Glück hatten wir für Samstag aber nichts allzu anstrengendes geplant - ein kurzer Besuch im National Museum, und dann ging es wieder zur Uni - Izzy (nicht ich) hat Geburtstag gefeiert und genug Essen für eine ganze Armee vorbereitet. Der Vorteil an dieser Feier war, dass wir uns keine Gedanken machen mussten, wo und was wir Essen gehen wollten, und meinen Eltern konnten meine Flatmates und Freunde etwas länger treffen und den ganzen Namen mal Gesichter zuordnen. Dafür sah die Küche aber auch aus, als wäre ein rosa Farbeimer drin explodiert.
| Sabi und Lisa in der frisch geschmückten Küche |
| Mein absoluter Favorit - ein Farn mit Fell. So flauschig! |
| Die neue Frühjahrskollektion von Swiffer? Nein, eine Blüte! |
| Die bizarrste Blüte, die wir je gesehen haben - was für eine Farbe! |
| Hier nochmal aus der Nähe |
| Schöne Blüten und ... was ist das auf deinem Gesicht, Papa?! |
Schließlich wurde es dann aber doch Zeit, zurück zum Hotel zu gehen, die Koffer zu holen und zum Flughafen zu fahren. Dass die Koffer auf dem Rückflug wesentlich schwerer waren als bei der Ankunft, muss man wohl nicht extra dazusagen, oder? Dafür hab ich jetzt keine Stiefel, Pullover und keinen Wintermantel mehr ... und bin 34 Bücher und diverse DVDs los.
Alles in allem war es eine tolle Woche und ich bin froh, dass ihr da wart ♥
Cheers!
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